Feinplanung für die Produktion
Nicht der Auftrag wird geplant, sondern jeder Arbeitsgang: welche Maschine, welche Reihenfolge, welcher Start, welches Ende. Fertigungstakt rechnet Rüst- und Laufzeit entlang Ihrer Schichtzeiten und meldet, wenn der Liefertermin kippt.
Drag & Drop mit Maus und Finger · Termine rechnen sich selbst nach · Kein Einführungsprojekt
Grobplanung und Feinplanung – wo ist der Unterschied
Beide Ebenen werden oft in einen Topf geworfen, obwohl sie unterschiedliche Fragen beantworten. Die eine sagt, ob die Arbeit überhaupt hineinpasst. Die andere sagt, wer wann dran ist.
| Grobplanung | Feinplanung | |
|---|---|---|
| Geplant wird | der Auftrag als Ganzes | jeder einzelne Arbeitsgang |
| Zeitliche Auflösung | Woche, manchmal Tag | Minuten – Raster 5 bis 60 |
| Leitfrage | Passt die Menge Arbeit in den Zeitraum? | Was läuft ab wann auf welcher Maschine? |
| Ergebnis | ein zugesagter Liefertermin | eine Reihenfolge je Maschine mit Start und Ende |
| Wird angefasst | wöchentlich bis monatlich | täglich, im Ernstfall stündlich |
| Damit arbeitet | Inhaber, Arbeitsvorbereitung | Arbeitsvorbereitung, Meister, Werkstatt |
Die grobe Ebene beschreiben wir gesondert unter Kapazitätsplanung in der Produktion. Sie ist der Feinplanung vorgelagert: Erst wenn feststeht, dass die Stunden reichen, lohnt es sich, Blöcke auf Viertelstunden zu schieben. Wer nur fein plant, sortiert sonst eine Woche um, die von Anfang an überbucht war.
Feinplanung heißt: Reihenfolge und Zeiten je Maschine
Jede Maschine und jeder Handarbeitsplatz ist eine Zeile. Was darin liegt, ist die Reihenfolge – von links nach rechts abzuarbeiten.
Rüstzeit und Laufzeit getrennt
Ein Arbeitsgang trägt beides: das Rüsten der Maschine und die eigentliche Bearbeitung. Erst daraus ergibt sich die Blocklänge. Wer nur die Laufzeit plant, wundert sich am Freitag über zwei fehlende Stunden je Umspannung.
Termine rechnen sich selbst
Start und Ende errechnet Fertigungstakt entlang der Arbeitszeit der jeweiligen Maschine. Nacht, Wochenende und Pause werden übersprungen – ein Block, der um 15:40 Uhr beginnt, endet nicht um 23:10 Uhr, sondern am nächsten Morgen.
Reihenfolge wird geprüft
Gefräst wird nach dem Sägen, geprüft nach dem Entgraten. Legen Sie einen Arbeitsgang vor das Ende seines Vorgängers, meldet das die Plantafel sofort – nicht erst, wenn das Teil an der Maschine fehlt.
Das Zeitraster: 5, 10, 15, 30 oder 60 Minuten
Beim Ablegen rastet jeder Block auf ein festes Raster ein. Die Wahl entscheidet, wie genau Ihre Feinplanung wird – und wie viel Arbeit sie macht.
5 und 10 Minuten
Für kurze, getaktete Arbeitsgänge: Kleinserien auf der Drehmaschine, Entgraten, Prüfen, Montageplätze mit Stückzeiten unter einer Stunde. Bei langen Laufzeiten bringt dieses Raster nichts außer einer Genauigkeit, die die Werkstatt ohnehin nicht einhält.
15 Minuten
Der übliche Wert in der Zerspanung. Passt zu Arbeitsgängen von ein bis drei Stunden und zu Betrieben, die Schichtbeginn, Pause und Feierabend als Fixpunkte planen. Die Blöcke bleiben sauber auf der Viertelstunde, ohne dass man sie mühsam ausrichten muss.
30 Minuten
Für Teile, die einen halben oder ganzen Tag auf der Maschine stehen – große Fräsarbeiten, Werkzeugbau, Schweißbaugruppen. Eine halbe Stunde Ungenauigkeit fällt bei einer Laufzeit von zwölf Stunden nicht ins Gewicht, spart beim Planen aber Zeit.
60 Minuten
Für den Einstieg und für alle, die aus einer Wochenliste kommen. Ein Block entspricht einer Stunde, der Plan bleibt grob, aber verlässlich. Viele Betriebe starten mit 60 Minuten und gehen nach ein paar Wochen auf 15 herunter.
Als Faustregel taugt ein Zehntel der typischen Arbeitsgangdauer. Das Raster gilt für den ganzen Betrieb und ist jederzeit umstellbar – bestehende Blöcke bleiben, wo sie sind. Welche Ansichten es dazu gibt (Tag, Woche, zwei Wochen, vier Wochen), steht bei den Funktionen.
Umplanen im Tagesgeschäft
Kein Feinplan überlebt den Vormittag unverändert. Entscheidend ist nicht, wie schön er morgens aussah, sondern wie schnell Sie ihn um 9:20 Uhr wieder gerade ziehen.
Die Maschine steht
Spindelschaden, Werkzeugbruch, Wartung. Sie greifen die betroffenen Blöcke und ziehen sie auf eine Ausweichmaschine oder nach hinten. Jeder abgelegte Block bekommt sofort neue Start- und Endzeiten entlang der Arbeitszeit seiner Maschine, und die Ampel der betroffenen Aufträge färbt sich um, wenn der Termin nicht mehr hält.
Das Material fehlt
Der Zuschnitt kommt erst Donnerstag. Der Arbeitsgang wandert per Ziehen hinter den neuen Termin – oder zurück in den Backlog, bis das Material da ist. Die nachfolgenden Arbeitsgänge melden sofort, dass ihre Reihenfolge nicht mehr passt.
Ein Mitarbeiter fällt aus
Der Arbeitsplatz bekommt für diese Tage keine Arbeitszeit mehr, die Blöcke müssen woanders hin. Weil jede Zeile ihre eigenen Schichtzeiten hat, gilt das auch für Maschinen, die nur in der Frühschicht besetzt sind.
Was beim Verschieben geprüft wird
- Doppelbelegung – zwei Blöcke gleichzeitig auf einer Maschine
- Lage außerhalb der Arbeitszeit, am Wochenende oder in der Pause
- Arbeitsgang beginnt vor dem Ende seines Vorgängers
- Geplantes Ende liegt nach dem Liefertermin
- Auftrag noch ungeplant, obwohl der Termin näher rückt
- Überfälliger Auftrag, der noch nicht fertig gemeldet ist
Eine bewusst gewollte Überschneidung bestätigen Sie einmal; sie bleibt sichtbar, meldet sich aber nicht erneut.
Der Eilauftrag dazwischen
Der häufigste Eingriff in die Feinplanung: Ein Kunde braucht etwas vorgezogen. Sie ziehen den Block an die gewünschte Stelle, die übrigen Arbeitsgänge dieser Maschine schieben Sie hinterher – und sehen an der Ampel sofort, welcher andere Auftrag den Preis dafür zahlt.
- Grün – endet mit Puffer vor dem Liefertermin
- Gelb – es wird knapp
- Rot – Ende nach Termin, überfällig oder Restaufwand passt nicht mehr
- Grau – kein Termin hinterlegt oder bereits fertig
Die Rückmeldung aus der Werkstatt trägt die nächste Feinplanung
Ein Feinplan ist nur so gut wie das Wissen darüber, was tatsächlich läuft. Wer morgens plant, ohne zu wissen, ob der Auftrag von gestern fertig wurde, plant auf Verdacht.
Vier Knöpfe an der Maschine
Auf einem Tablet oder einem alten Bildschirm zeigt der Maschinenmonitor JETZT, DANACH und HEUTE. Zurückgemeldet wird mit Starten, Pause, Problem und Fertig – große Flächen, keine Tastatur, keine Menüs. Die Rolle „Werkstatt“ darf melden, aber nichts umplanen.
Was die Planung daraus zieht
- Der Auftragsstatus ergibt sich aus den Arbeitsgängen – niemand pflegt ihn von Hand nach
- „Problem“ an der Maschine ist am Planungsplatz sofort sichtbar, statt erst beim Rundgang
- Der noch offene Aufwand fließt in die Ampel ein und nicht nur das geplante Ende
- Am nächsten Morgen wird der Rest umgeplant, nicht der ganze Tag neu gebaut
Wie Maschinenzeilen, Backlog und Filter im Detail zusammenspielen, zeigt die Seite Maschinenbelegungsplan-Software. Grundlagen zu Planung und Terminen sammeln wir im Wissensbereich.
Was diese Feinplanung ausdrücklich nicht tut
Damit Sie nicht das Falsche erwarten: Fertigungstakt optimiert keine Reihenfolgen automatisch, bildet keine Rüstfamilien selbst, rechnet keine Materialdisposition und greift keine Signale an der Maschinensteuerung ab. Es ist kein ERP, kein PPS, kein MES und keine BDE mit Maschinenanbindung.
Was es tut: Ihre Reihenfolge sauber durchrechnen, Konflikte melden, Terminrisiken anzeigen und den Plan an die Maschine bringen. Für kleine Fertigungsbetriebe entwickelt – für Zerspanung, Lohnfertigung, Werkzeugbau und Metallverarbeitung mit 5 bis 30 Maschinen und Arbeitsplätzen.
Preise nach Maschinenzahl
Ein Preis für den ganzen Betrieb, gestaffelt nach Maschinen und Arbeitsplätzen. Planung, Meister und Werkstatt bekommen alle Zugang, ohne dass es teurer wird.
Die ersten 50 zahlenden Betriebe behalten den Founder-Preis dauerhaft, solange das Abo ohne Unterbrechung besteht – auch bei einem Wechsel in einen größeren Tarif.
- Unbegrenzt Aufträge und Arbeitsgänge
- Unbegrenzt Benutzer, Rollen inklusive
- Plantafel, Maschinenmonitor, Liefertermin-Ampel
- CSV-Import und -Export, Druckansicht
- Alle Updates inklusive
- Monatlich kündbar
- Unbegrenzt Aufträge und Arbeitsgänge
- Unbegrenzt Benutzer, Rollen inklusive
- Plantafel, Maschinenmonitor, Liefertermin-Ampel
- CSV-Import und -Export, Druckansicht
- Alle Updates inklusive
- Monatlich kündbar
- Unbegrenzt Aufträge und Arbeitsgänge
- Unbegrenzt Benutzer, Rollen inklusive
- Plantafel, Maschinenmonitor, Liefertermin-Ampel
- CSV-Import und -Export, Druckansicht
- Alle Updates inklusive
- Monatlich kündbar
Als Kleinunternehmer im Sinne des § 19 UStG weisen wir keine Umsatzsteuer aus. Die Tarife unterscheiden sich ausschließlich in der Zahl der Maschinen – es gibt keine gesperrten Funktionen. Abrechnung monatlich per PayPal.
Nach 14 Tagen Test bleibt Ihr Zugang nur-lesend, statt sich zu sperren – Ihre Planung geht nicht verloren. Alle Konditionen stehen auf der Seite Preise.
Häufige Fragen zur Feinplanung in der Produktion
Was bedeutet Feinplanung in der Produktion?
Feinplanung legt je Maschine fest, in welcher Reihenfolge die Arbeitsgänge laufen und wann jeder davon beginnt und endet. Geplant wird nicht der Auftrag als Ganzes, sondern jeder einzelne Arbeitsgang mit Rüstzeit und Laufzeit – im Minutenbereich statt in Wochen.
Wo hört die Kapazitätsplanung auf und wo fängt die Feinplanung an?
Die Kapazitätsplanung beantwortet, ob die zugesagte Arbeitsmenge überhaupt in die verfügbaren Maschinenstunden passt. Die Feinplanung beantwortet danach, in welcher Reihenfolge sie abgearbeitet wird. Ohne die grobe Ebene planen Sie Details in eine Woche, die längst überbucht ist.
Welches Zeitraster ist für die Feinplanung sinnvoll?
Als Faustregel: etwa ein Zehntel der typischen Arbeitsgangdauer. Bei Laufzeiten von ein bis zwei Stunden sind 10 oder 15 Minuten passend, bei Teilen, die einen halben Tag auf der Maschine stehen, reichen 30 oder 60 Minuten. In Fertigungstakt stellen Sie 5, 10, 15, 30 oder 60 Minuten ein und ändern das jederzeit.
Wie oft muss die Feinplanung angepasst werden?
In den meisten Betrieben täglich. Eine Maschine fällt aus, Material kommt später, ein Eilauftrag drängt sich dazwischen. Deshalb zählt beim Umplanen vor allem, wie schnell eine Änderung geht: Block greifen, verschieben, loslassen. Start und Ende des verschobenen Arbeitsgangs rechnet Fertigungstakt sofort entlang der Arbeitszeit dieser Maschine. Die nachfolgenden Arbeitsgänge ziehen Sie selbst nach – sie werden nicht automatisch umgeplant, sondern als Reihenfolgekonflikt gemeldet.
Optimiert die Software die Reihenfolge automatisch?
Nein, und das ist Absicht. Welcher Auftrag vorgezogen wird, hängt an Kundenbeziehung, Rüstfamilie, Werkzeugverfügbarkeit und Erfahrung – Dinge, die in keinem Datensatz stehen. Fertigungstakt rechnet Termine, erkennt Konflikte und zeigt Terminrisiken. Die Reihenfolge entscheiden Sie.
Brauchen wir für die Feinplanung ein MES- oder BDE-System?
Für die Rückmeldung genügt ein Tablet an der Maschine mit vier Knöpfen: Starten, Pause, Problem, Fertig. Eine Maschinenanbindung mit Signalabgriff ist Fertigungstakt ausdrücklich nicht. Für kleine Fertigungsbetriebe entwickelt – mit dem Detailgrad, den eine Werkstatt auch wirklich pflegt.
Weitere Antworten finden Sie in den häufigen Fragen.
Verwandte Themen
Dieselbe Plantafel, aus einer anderen Richtung betrachtet.
Kapazitätsplanung für die Produktion – ohne Tabellenkalkulation
Kapazitätsplanung für kleine Fertigungsbetriebe: Maschinenzeiten mit Aufträgen abgleichen, Engpässe früh erkennen, Restaufwand gegen Liefertermin prüfen.
Die Alternative zu Excel für Ihre Produktionsplanung
Produktionsplanung ohne Excel: Aufträge aus Ihrer Excel-Liste per CSV importieren und ab morgen auf einer digitalen Plantafel planen. 14 Tage kostenlos.
Software für kleine Fertigungsbetriebe
Software für kleine Fertigungsbetriebe mit 2–20 Mitarbeitern: Produktionsplanung, Maschinenmonitor, Liefertermin-Ampel. Keine Schulung, kein ERP-Projekt.
Produktionsplanung-Software für KMU – ohne ERP-Projekt
Produktionsplanung Software für kleine und mittlere Betriebe: Maschinen anlegen, Aufträge ziehen, Liefertermine halten. In 10 Minuten startklar, 14 Tage kostenlos.
Zum Weiterlesen: Termine & Kapazitäten
Fachbeiträge aus unserem Wissensbereich – geschrieben für Betriebe, die ihre Fertigung selbst planen.
Auftragsrückstand in der Fertigung abbauen: Priorisieren statt improvisieren
Ein Rückstand baut sich nicht durch Überstunden ab, sondern durch Entscheidungen: Welche Aufträge zuerst, welche Termine neu verhandelt, welche Annahmen gestoppt werden. Ein Vorgehen in vier Wochen, das den Betrieb aus dem Rückstand holt, ohne den nächsten aufzubauen.
Termine & KapazitätenFertigungsaufträge richtig priorisieren: Termin, Kunde oder Auslastung?
Wenn nicht alles gleichzeitig geht, muss jemand entscheiden, was zuerst kommt. Drei Kriterien konkurrieren – Termin, Kunde, Auslastung – und dieser Beitrag zeigt, in welcher Reihenfolge sie zählen, wie eine Terminampel die Entscheidung vorbereitet und wann „eilig“ wirklich eilig ist.
Termine & KapazitätenEilauftrag in der Produktion: Wie plant man ihn ein, ohne alles durcheinanderzubringen?
Ein Eilauftrag ist kein Notfall, sondern eine Planungsentscheidung mit Zahlen: Welche Aufträge rutschen, welche Termine kippen, was es kostet. Ein Vorgehen in fünf Schritten, mit dem der Eilauftrag reinpasst, ohne dass drei andere zu spät werden.
Termine & KapazitätenEngpässe in der Fertigung frühzeitig erkennen
Der Engpass bestimmt, was der Betrieb in einer Woche schafft – und er ist selten die Maschine, die man vermutet. Wie Sie den Engpass finden, wie Sie ihn schon in der Planung sehen statt erst in der Halle, und was Sie tun, wenn er wandert.
Am besten mit den eigenen Aufträgen ausprobieren.
Maschinen anlegen, eine echte Woche planen, in der Werkstatt zeigen. 14 Tage kostenlos, ohne Zahlungsdaten, ohne Kündigungsfrist.
Keine Installation · keine Schulung · monatlich kündbar